Meditation aus Sicht der Tradition und der Forschung

Bewusstseinsveränderung Das Rätsel des Bewusstseins, im Yoga und der Wissenschaftdurch Meditation

Zweifellos ist Meditation im Mainstream angekommen. Gefühlt jeder zweite meditiert bereits oder zieht es in Erwägung. Während die einen Meditation mit Selbstverwirklichung und verändertem Bewusstsein in Verbindung bringen, suchen andere nach Entspannung und verbesserter Konzentrationsfähigkeit.

Auf die Frage, warum sie meditieren oder meditieren wollen, liefern Menschen also ganz unterschiedliche Antworten. Das Spektrum der Motivation reicht von sehr spirituellen oder metaphysischen Gründen bis zu extrem weltlichen, an Nützlichkeiten orientierten.

Wie diese unterschiedlichen Pole zusammenpassen, wann sie vielleicht sogar dasselbe ausdrücken und welche Rolle ein verändertes Bewusstsein dabei spielt, darum geht es in diesem Blog-Beitrag.

 

Das Bewusstsein der Yogis

In indischen Texten spielt der Begriff Bewusstsein eine wichtige Rolle. Das betrifft besonders die hinduistischen Konzepte wie Yoga und Vedanta, trifft aber auch für den Buddhismus zu. Doch was unter Bewusstsein genau zu verstehen ist, bleibt ebenso vage wie die entscheidenden Schritte der Meditation. Da ist die Rede von einem veränderten, transzendierten, höheren oder wahren Bewusstsein, welches es erst noch zu entdecken oder fördern gilt.

Wenn wir uns heute die Frage stellen, was die indischen Geistesforscher vor über zweitausend Jahren unter Bewusstsein verstanden haben, stoßen wir auf eine unerwartete Hürde, die ich als „Stille Post Effekt“ bezeichne. Es ist wichtig, diese Hürde zu überwinden, um den indischen Lehren so zu folgen, dass wir unsere eigene Meditation tatsächlich in die richtige Richtung steuern.

Stille Post Effekt

Bereits vor gut dreitausend Jahren begannen indische Yogis, den menschlichen Geist, seine Arbeitsweise und Veränderungsmöglichkeit zu studieren. Das Bild, das sie entwarfen, hat sich nicht nur bis heute erhalten, sondern ist inzwischen auch bei uns präsent. Dafür musste es freilich einen langen Weg, mit einigen Hürden zurücklegen. Zu den Hürden zählen einerseits Übersetzungen, andererseits der Wechsel von einer Lebenswelt in eine andere. Beide Hürden mussten viele Male überwunden werden. Und bei jedem Sprung lauerte die Gefahr, dass das ursprüngliche Bild ein paar Knicke oder gar Risse bekommt.

Was auf so einem Hindernislauf passieren kann, sehen wir beim Kinderspiel Stille Post. Die Botschaft, die von Ohr zu Ohr weitergeflüstert wird, ist am Ende oft nicht mehr dieselbe wie zu Anfang. Viele kleine, nur unbedeutende Veränderungen sorgen am Ende gerne mal für eine vollkommen andere Botschaft. Dieser Effekt, der bei Kindergeburtstagen zur Erheiterung beiträgt, führt in unserem Fall leicht zu Verwirrung oder Missverständnissen.

Zwei Hürden

Dass sich nicht jedes Wort passgenau in eine andere Sprache übersetzen lässt, dürfte vielen vertraut sein. Man denke nur an unser Wort Geist, welches sowohl die Inhalte unseres Kopfes bezeichnen kann, aber auch den Geist der Kirchen oder das Gespenst. Im Englischen gibt es dafür jeweils ein eigenes Wort. In den alten indischen Texten finden sich einige solcher Worte, für die es keine ganz eindeutigen oder doppeldeutigen Übersetzungsmöglichkeiten gibt. Wenn es sich dabei um Begriffe mit zentraler Bedeutung handelt, kann das zum Problem werden.

Begriffe, Modelle und Konzepte, die uns in den alten Lehren begegnen, müssen nicht nur in unsere Sprache übersetzt werden. Sie stammen darüber hinaus auch noch aus einer ganz anderen Lebenswelt. Begriffe werden geformt durch das Wissen und Weltverständnis der jeweiligen Zeit. Wollen wir heute die Konzepte der alten Inder verstehen, müssen wir deren Lebenswelt, mit dem dazugehörigen Wissen und Weltverständnis mitbedenken.

Um sich diese Problematik zu verdeutlich, hilft es, sich in den umgekehrten Fall hineinzudenken: Welche Vorstellungen würde wohl ein Yogi entwickeln, dem ich, dank einer Zeitreise, im Jahre 527 v. Chr. zufällig begegne und ihm von einem Handy oder Hirnscanner berichte? Wie lange würde es wohl dauern, um diesem Yogi verständlich zu machen, worum es sich hierbei handelt und wie man diese technischen Geräte einsetzt?

Sammelbegriff Bewusstsein

Wenn wir heute den alten Lehren der Geistesschulung folgen, treffen wir immer wieder auf den Begriff Bewusstsein. Aber was ist damit gemeint? Meist liegt den Übersetzungen das Sanskrit Wort citta zugrunde. Es kann sowohl Geist als auch Bewusstsein bedeuten. Das ist aber noch nicht alles. Nach dem Indologen Heinrich Zimmer bezeichnet citta alles, was durch den Geist erfahren und getätigt wird, zum Beispiel beobachten, denken und beabsichtigen. Georg Feuerstein, ebenfalls Indologe, ergänzt, dass citta in den klassischen Texten als Sammelbegriff für verschiedenste innere Prozesse benutzt wird, die etwas mit Aufmerksamkeit zu tun haben.

Führen wir uns dann auch noch vor Augen, dass das Wissen über unser Gehirn und die Vorgänge in seinem Inneren im alten Indien ein ganz anderes gewesen sein muss wie heute, dann dämmert uns das Ausmaß des Problems. Denn wenn wir heute beschreiben wollen, was in unserem Kopf passiert, können wir auf Modelle und Begriffe aus der Computerwelt oder der Psychoanalyse zurückgreifen. Nichts davon stand den ersten Yogis zur Verfügung. Umgekehrt dürften sie auf Metaphern zurückgegriffen haben, die uns heute fremd sind.

Hinzu kommt, dass in unserem Alltag der Begriff Bewusstsein zwar oft Verwendung findet, dabei aber ganz unterschiedliche Dinge bezeichnet.   

 

Essenz des Bewusstseins

Was also tun? Man kann diese Hürden quasi ignorieren, indem man darauf besteht, dass ausgerechnet jener Mund, der in das eigene Ohr geflüstert hat, ebenso frei von allen Verzerrungen war, wie das eigene Ohr. Man kann aber auch einen anderen Weg wählen, den ich bereits im vorherigen Blog-Beitrag vorgestellt hatte.  

Dort hatte ich vorgeschlagen, die ursprünglichen Meditationskonzepte mit aktuellen, wissenschaftlichen Vorstellungen über geistige Prozesse zu vergleichen. Indem man beides übereinanderlegt, wie zwei Folien eines Overheadprojektors, werden Übereinstimmungen sichtbar. Solche Übereinstimmungen verstehe ich als gemeinsame Essenz – als das, was für die Meditation wirklich wichtig ist. So lassen sich die Verzerrungen quasi herausfiltern, die durch den Stille Post Effekt unweigerlich auftreten können.   

Wissen, was im eigenen Geist vor sich geht

Welche Erkenntnisse aus der Forschung sind nun für unser Verständnis vom Bewusstsein im Zusammenhang mit Meditation besonders nützlich? Meiner Ansicht nach stechen zwei Punkte hervor. Der erste bringt Bewusstsein mit geistiger Klarheit in Verbindung, der zweite betont, dass Bewusstsein immer auf etwas gerichtet ist, also auch eine Art Auswahl trifft.

Es ist erstaunlich, aber Klarheit über die eigenen geistigen Prozesse ist keinesfalls garantiert. Von Person zu Person gibt es mitunter große Unterschiede. Die zeigen sich beispielsweise, wenn man Versuchsteilnehmer bittet, sich eine Liste mit Begriffen einzuprägen. Bevor der Forscher prüft, wie viele Begriffe sich eine Person gemerkt hat, bittet er den Versuchsteilnehmer selbst einzuschätzen, wie viele er meint behalten zu haben. Auf diese Art erhält der Forscher zwei verschiedene Werte, die er miteinander vergleichen kann. Je mehr beide übereinstimmen, umso zuverlässiger weiß die jeweilige Person über die eigenen geistigen Prozesse Bescheid. Kurz, sie verfügt über geistige Klarheit.

Ist es möglich, dass wir etwas „sehen“ und doch nicht sehen? Klingt irre, ist aber so! Wer’s nicht glaubt, kann bei YouTube ansehen, wie ein verkleideter Gorilla fast unbemerkt inmitten einer Gruppe Basketballspieler herumtanzt. [> Link zum YouTube Video]  Von jenen Versuchspersonen, die gebeten wurden, die Ballkontakte des weißgekleideten Teams zu zählen, behauptete anschließend ein Großteil, keine Fremden und schon gar keinen Gorilla gesehen zu haben! Es gibt eine Vielzahl von Experimenten, die alle zeigten, dass wir keinesfalls alles sehen, was sich vor unseren Augen befindet. Das liegt daran, dass die Aufmerksamkeit auf etwas bestimmtes gerichtet ist und Überflüssiges ausblendet.

Was einem bewusst ist, lässt sich also auch in Worte fassen und dann auch überprüfen, zumindest theoretisch.

Das Bewusstsein der Achtsamkeit

Offensichtlich hatten bereits die alten Inder erkannt, dass Klarheit über den eigenen Geisteszustand keine Selbstverständlichkeit darstellt. Denn zumindest die frühen Buddhisten verstanden die meditative Geistesschulung als Schulung der Geistesklarheit (sampajañña). Mit anderen Worten, es handelt sich um das Bemühen, klarer zu „sehen“, was im eigenen Kopf gerade passiert, oder in welchem Zustand sich der eigene Geist augenblicklich befindet. Dadurch soll der Meditierende allmählich erkennen, was ihm bis dahin entgangen ist, nämlich dass sich die Dinge in seinem Kopf ständig verändern, es folglich nichts gibt, dem man Absolutheit zusprechen könnte. Ausführlich beschrieben wird das im Satipatthana, einem der wichtigsten, frühen Texte über buddhistische Meditation.

Zur geistigen Klarheit gehört nach buddhistischer Ansicht auch die Erkenntnis, dass Bewusstsein immer auf etwas gerichtet ist, sich auf etwas bezieht. Also ein Bewusstsein von einem Objekt oder einer Sache. Dabei muss es sich nicht unbedingt um einen fassbaren, konkreten Gegenstand handeln. Auch etwas Abstraktes wie ein Gedanke kann Objekt des Geistes sein. Sehr präzise beschreibt das Rupert Gethin in einem Vortrag, den man bei Youtube ansehen kann [> Link zum YouTube Video].

Das ist wichtig. Denn der Ausgangspunkt unseres Leidens, entsteht erst mit dem Kontakt zu einem Objekt, wenn Verlangen oder Aversion ausgelöst werden. Im Alltag sind wir uns zwar eines aufsteigenden Wunsches oder Ärgers bewusst, aber nicht seines eigentlichen Auslösers. Wir besitzen bestenfalls Teilbewusstsein. Die Beseitigung unseres Leidens hat immer etwas damit zu tun, sich genau dieses Einflusses vollständig bewusst zu werden und zwar möglichst unmittelbar.

Oder anders gesagt: normalerweise übersehen wir den Gorilla im Raum – Achtsamkeit und Meditation lässt den Gorilla sichtbar werden. Bis hierher passen Wissenschaft und Tradition also bestens zusammen. 

 

Bewusstseinswandel

Was ist mit dem, zumindest sinngemäß häufig anklingenden Versprechen, wonach ein verändertes Bewusstsein das Erblicken seines wahren Selbst beinhaltet? Darüber hinaus wird uns bisweilen eine bessere Welt, ein friedlicheres Miteinander verheißen. Kann uns die Forschung auch in dieser Hinsicht helfen, ein konkreteres Bild zu gewinnen?

Wer bin ich?

Die Aussicht, sein wahres Selbst zu finden, scheint für viele Meditationsbegeisterte an erster Stelle zu stehen. Dafür spricht das große Angebot, welches uns Google bei diesem Stichwort präsentiert. Verständlich, denn in einer Welt, in der auf allen Kanälen das Lied der Selbstverwirklichung gespielt wird, klingt es verlockend zu entdecken, wer man wirklich ist. Doch so manch einer fragt sich, wie das genau abläuft? Woran werde ich erkennen, wenn ich mein wahres Selbst gefunden habe? Welche Stimme verrät mir, wer ich in wirklich bin? 

Eins ist sicher: zunächst einmal gilt es, die Augen zu schließen. Für Meditieren ist es zunächst einmal beruhigend, aus dem Mund der Wissenschaft zu hören, wie normal es ist, wenn alle 30 Sekunden spontan ein neuer Gedanke im Kopf auftaucht. Und selbst in der Meditation von erfahrenen Personen dreht sich das Karussell nur unwesentlich langsamer.

In der Meditation sich selbst entdecken?

Aber wie soll dieses Gedankenkarussell zur Findung meines wirklichen Selbst beitragen? Erneut hat die psychologische Forschung eine Erklärung parat. Studien, die uns diese aufschlussreichen Einblicke in die spontan auftauchenden Gedanken geben, zeigen noch etwas anderes: sie drehen sich meistens um die eigenen Ziele. Wenn man also wissen will, was einem wirklich wichtig ist, könnte man darauf achten, welcher Gedanke in der Mediation besonders häufig auftaucht.

Dass einem selbst nicht klar sein sollte, wo die eigenen Ziele liegen, klingt erstmal etwas ungewöhnlich. Doch viele Menschen wissen tatsächlich nicht so genau, was sie wirklich aus tiefstem Herzen anstreben. Eine Diskrepanz zwischen den bewussten und unbewussten, „wirklichen“ Zielen tritt sehr viel häufiger auf, als man gemeinhin denkt. Ans Licht zu bringen, was Menschen wirklich wollen, erfordert einigen Aufwand, ist aber möglich. Wenn Forscher dies dann mit jenen Zielen vergleichen, welche dieselben Personen im Alltag verfolgen, dann passt beides häufig nicht zusammen. So manch einer strebt mit aller Kraft danach, einflussreicher Manager zu werden, „will“ in seinem tiefsten Herzen jedoch eher Kindergärtner sein. Oft wird diese Diskrepanz den Betroffenen nicht bewusst, äußert sich jedoch in einer allgemeinen Lebensunzufriedenheit und schlechteren Leistung.

Deswegen kann Meditation tatsächlich dazu beitragen, seine wirklichen Interessen, die eigene „Bestimmung“ klarer zu erkennen. Doch ganz so einfach ist es nicht. Zu erkennen, dass man sich selbst lange etwas vorgemacht hat, kann ebenso schmerzhaft sein, wie die Einsicht, dass das Herzensziel kaum Ruhm oder Reichtum verspricht.

Vielleicht ist das noch nicht ganz das, was man sich vom Erkennen seines wahren Selbst erwartet. Aber es ist schon ziemlich nah dran.

Selbsttransformation

In jedem Fall ist es hilfreich, vielleicht sogar unabdingbar, seine Ziele klar vor Augen zu haben, wenn man den nächsten Schritt anstrebt. Aber ein wirklicher Yogi interessiert sich reichlich wenig für weltliche Ziele – er sucht nach einer nachhaltigen Veränderung seines Selbst. Das wiederum erfordert, dem eigenen Verlangen und den eigenen Abneigungen ins Gesicht zu blicken, um beides letztlich zu überwinden.

Die enge Verbindung zwischen den Gefühlsimpulsen (aus denen Verlangen und Abneigungen entstehen) und dem Ich, ist eine weitere Erkenntnis, die wir der Wissenschaft verdanken. Ich habe das in einem anderen Blogbeitrag bereits beschrieben. Demnach erhält jeder Sinneseindruck, der in unseren Kopf gelangt, zuallererst ein hopp oder top Etikett. Die blitzschnelle Einteilung in „mag ich“ oder „mag ich nicht“, ist keinesfalls das Ergebnis langen Nachdenkens oder alter Vorurteile, sondern geschieht annähernd automatisch. Dieser Ich-Reflex führt unweigerlich dazu, die Dinge erst einmal aus der Ich-Perspektive zu betrachten. Meist bleibt es dabei, und die Ich-Perspektive bestimmt das Denken und Urteilen. Aber es geht auch anders …

Seinem Ich-Reflex ins Gesicht zu blicken, an ihm zu arbeiten, um über ihn hinauszugehen, verdient die Bezeichnung Selbsttransformation. Ein mächtiges Werkzeug für diesen geistigen Kraftakt ist Achtsamkeit, dem die buddhistischen Texte wie das Satipatthana die Rolle eines „Torwächters“ zuschreiben. Aufgabe des Torwächters ist es, die dauerhafte Vergabe eines hopp oder top Etiketts zu vermeiden. Wo das gelingt, eröffnet sich eine „ich-freie“ Perspektive. Nun sieht man die Dinge quasi neutral und man kann leichter die Sichtweise des Gegenübers oder der Allgemeinheit einnehmen.

Selbsttransformation gibt‘s nicht umsonst

Ein solcher Schritt ist grundsätzlich möglich, kostet aber etwas Anstrengung und zwar jedes Mal neu. Auch das zeigt die Forschung. Wenn man Menschen unter wissenschaftlichen Bedingungen bittet, Dinge entweder aus der eigenen Perspektive zu beobachten oder aus der eines anderen, zeigen sich zwei bemerkenswerte Punkte. Die freiwillig gewählte, natürliche Sichtweise ist die ich-zentrierte: sie bezieht die beobachteten Dinge auf sich selbst. Soll die Beobachtung aus Sicht eines anderen erfolgen, vergeht etwas mehr Zeit. Auch wenn es sich nur um eine sehr kurze Verzögerung handelt, erkennt der Forscher darin ein klares Anzeichen von Anstrengung. Da wir Menschen Anstrengung meiden wo immer es geht, kann man davon ausgehen, dass das Verlassen einer ich-zentrieten Sichtweise nicht nur Anstrengung, sondern zusätzliche Motivation erfordert.

Fazit: Das Auftreten der ich-zentrieten Sichtweise ist nicht das Problem, sondern das darin Steckenbleiben. Um das zu verhindern, bedarf es Motivation und etwas Anstrengung, und einen guten „Torwächter“. Einmal mehr ergibt sich ein sinnstiftendes Bild, wenn wir wissenschaftliche und traditionelle Vorstellungen nebeneinanderlegen.  

 

Ein durch Meditation verändertes Bewusstsein

Es ist tatsächlich so, dass meditative Praxis das eigene Bewusstsein allmählich verändert und zwar gleich in mehrfacher Hinsicht. Dabei handelt es sich aber nicht um einen magischen Akt, sondern schlicht um die psychologisch nachvollziehbare Entwicklung einer etwas anderen Sichtweise. Die zu entwickeln, erfordert Arbeit – genau das ist Meditation. Sie verlangt nicht nur Motivation. Mindestens ebenso grundlegend ist die Bereitschaft, sich nicht nur angenehmen Einsichten zu öffnen, sondern auch unangenehmen.

Bausteine eines veränderten Bewusstseins

Bewusstseinswandel durch Meditation basiert auf einer wachsenden geistigen Klarheit, verbunden mit dem Präsent-Halten der durch sie gewonnenen Einsichten. Dazu zählt der Ich-Reflex, den man dank der neuen Klarheit – dem „neuen Bewusstsein“ – nun an jeder Ecke erblickt. Dazu zählt aber auch, deutlicher zu sehen, was man wirklich will und wertschätzt. Wenn man es dann noch schafft, den Ich-Reflex zu überwinden, wird der Blick frei für die Sichtweisen oder Interessen der anderen.

Wer nicht nur die eigenen Ziele und Werte klar vor sich sieht, sondern auch die der anderen, wird ganz von selbst ersteres an letzterem ausrichten. Der Grund dafür liegt in einem evolutionsbiologisch angelegten Streben nach Kooperation, oder einfach nach Harmonie.

Bewusstsein eines sinnerfüllten Lebens

Nur wer präsent hat – sich bewusst ist –, was er wirklich will, kann sein Leben so organisieren, dass die größtmögliche aller Energiequellen zu sprudeln beginnt: ein sinnerfülltes Leben! Je mehr die eigenen Ziele und Werte im Einklang mit den Interessen der anderen und der Gemeinschaft stehen, um so stabiler wird nicht nur das eigene Sinnerleben. Denn gleichzeitig steigt der Gewinn der anderen, weil sie, in welcher Form auch immer, von meiner Kooperation profitieren. Mit Recht darf man wohl annehmen, dass solch ein „erweitertes“ Bewusstsein zu einem „guten“ Leben in einer „besseren“ Gesellschaft führt.

Und ganz nebenbei dürfte solch ein meditativ gepflegtes Bewusstsein das eigene Leben sowohl entspannter als auch effektiver machen. Denn wer präsent hat – sich bewusst ist –, wo seine eigentlichen Ziele und Werte liegen, erspart sich, jedem Trend zu folgen, jedem Like Wert beizumessen. So steuert es sich am Ende wesentlich ruhiger und erfolgreicher durchs Leben.

Kurz, es lohnt sich, sein Bewusstsein zu „erweitern, und zwar mit ganz konkreten, nachvollziehbaren Schritten. Aber es kostet auch etwas Anstrengung … 

 

Wer tiefer eintauchen möchte:

 

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